Die Erzwaschanlage Weickartshain in Seenbrücke (Erbaut 1908). Sie ist die größte und leistungsstärkste Aufbereitungsanlage im Vogelsberg. Von links naht ein Erzzug, während im Bahnhof ein Personenzug steht

 

https://www.geopark-vogelsberg.de/

 

ERZWEG - das Projekt

Fast hundert Jahre lang war die Landschaft im vorderen Vogelsberg, rund um Freienseen, Weickartshain, Lardenbach, Stockhausen, Ilsdorf, Merlau, Flensungen, Nieder-Ohmen, Atzenhain bis hin nach Burg-Gemünden, geprägt durch große Eisenerztagebaue. Kilometerlange Seilbahnen und Schlammleitungen durchzogen die Landschaft, große Erzaufbereitungsanlagen und Verladestationen an den Bahnhöfen verdeutlichten die Bedeutung dieses Industriebereichs für unsere Region. Bis in die späten 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war, neben Land- und Forstwirtschaft, der Bergbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Heute erinnern nur noch wenige Relikte, wie z.B. die eindrucksvolle Weickartshainer Eisenkaute, die Reste der Aufbereitungsanlage zwischen Merlau und Nieder-Ohmen (heute der Kunst_Turm_Mücke) und meist bewaldete Schlammteiche, an diese Zeit und sie läuft Gefahr in Vergessenheit zu geraten.

Aus diesem Grund hat sich 2009 eine Gruppe regionalgeschichtlich interessierter Bürger dazu entschlossen, diese geschichtlich bedeutsame Epoche zu dokumentieren und in Form von Wanderwegen erfahrbar zu machen.

Auf Informationstafeln werden die Ausdehnung und Lage der Bergwerke, die Abbau- und Aufbereitungstechniken, die Arbeitssituation und die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Zeit beschrieben und somit für die Wanderer wieder nachvollziehbar.

Die Wegstrecken haben eine Länge von 14 bis 19 km, können aber auch abgekürzt werden. Deshalb ist es ratsam, sich vor Beginn der Wanderung eine Wegekarte aus den Flyerkästen an den Einstiegspunkten mitzunehmen. Weiterhin empfiehlt es sich, da die Wege meist naturbelassen sind, feste Schuhe und zweckmäßige Kleidung zu tragen und für Rucksackverpflegung zu sorgen.

Detaillierte Informationen über die Wege, mit zahlreichen historischen Foto- und Textdokumenten, stehen unter Fotoalbum zur Verfügung.

Die Inhalte der Informationstafeln können unter Download heruntergeladen werden.

Wir wünschen Ihnen erlebnis- und erkenntnisreiche Wanderungen!

Projektgruppe ERZWEG

 

Aktuell:

 

Wegschäden auf dem Erzweg Süd!

Zwischen der Grube Deutschland und dem Hatzenberg ist aufgrund kürzlich durchgeführter Forstarbeiten der Erzweg nicht begehbar. Eine "Umleitung" in beiden Richtungen ist ausgeschildert.

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10 Jahre Erzwanderwege im westlichen Vogelsberg

Oberhessische Eisenerz-Historie wird durch dritten Wanderweg komplettiert

Auf ein kleines Jubiläum können in diesem Jahr die Mitglieder der ErzWeg Projektgruppe blicken. Die aus interessierten Bürgern aus Grünberg, Mücke, Laubach und Gemünden bestehende offene Vereinigung beschäftigt sich seit dem Jahr 2009 mit der Geschichte des oberhessischen Eisenerzbergbaus. In über 75 Zusammenkünften und Begehungen wurde dabei die von Ende des 19. bis in 60er Jahre des 20. Jahrhundert reichende und die heimische Region prägende Geschichte der Eisenerzgewinnung erarbeitet.

Neben dem dokumentieren alter Schriften und Aufzeichnungen, dem Sammeln von Fotos und zahlreichen topgrafischen Karten stand bei den Gruppenmitgliedern die Errichtung eines Wanderweges an vorderster Stelle. Dieser von der Weickartshainer Schweiz über Freienseen, Lardenbach, Stockhausen wieder in Weickartshain endende 14 Kilometer lange Wanderweg soll an den direkten ehemaligen Wirkungsstätten mit seinen zunächst 16 Informationstafeln über die Lage und Ausdehnung der Gruben, Arbeitsbedingungen der Bergleute sowie Transport- und Aufbereitungstechniken informieren. Präsentieren will die Gruppe zudem die noch vorhandenen Relikte, Restfundamente von Erzwäschen und die Schlammteiche. So konnten am 31. Juli 2011 die Initiatoren der Erzwanderwege nach zweijähriger intensiver Vorbereitung eine große Schar interessierter Menschen in der ehemaligen Eisenerz-Tagebaugrube „Deutschland“, heute besser bekannt als „Weickartshainer Schweiz“, zur Eröffnungswanderung des ErzWeg Süd begrüßen. Mit über 100 Teilnehmern wurden selbst die optimistischsten Erwartungen weit übertroffen.

Aufgrund neuer Erkenntnisse wurden im Laufe der Zeit die Inhalte aktualisiert und weitere Tafelstandorte kamen dazu, so dass der ErzWeg Süd inzwischen über 21 Informationstafeln verfügt. Am 7. September 2014 konnte dann die zweite Route über Merlau, Flensungen, Ilsdorf und Groß-Eichen als ErzWeg Mitte eröffnet werden. Auf dieser Wegstrecke mit ihren 12 Kilometern informieren insgesamt 15 Tafeln über eine für die heimische Region bedeutsame Epoche. Ermöglicht wurde die Ausstattung der Wege mit den Tafeln und der Beschilderung durch eine Unterstützung von heimischen Unternehmen, Kreditinstituten und den Kommunen. Durch deren Spenden stehen auch für beide Wanderwege Flyer mit Informationen und einer Wegbeschreibung zur Verfügung.

Erfreut zeigt sich die ErzWeg Projektgruppe über die bereits anfänglich und bis heute andauernde rege Wandertätigkeit. Neben vielen privaten und durch die Corona-Pandemie zunehmenden Gruppenwanderungen gibt es auch eine große Nachfrage nach geführten Wanderungen. Nach weiteren umfangreichen Recherchen, mehreren Erkundungswanderungen und einem entsprechenden Genehmigungsverfahren steht für dieses Jahr mit dem ErzWeg Nord die Realisierung eines weiteren informativen Wanderweges an. Die Beschilderung des Weges mit Wegführungszeichen in den Gemarkungen Atzenhain, Bernsfeld und Nieder-Ohmen soll in Kürze erfolgen. Vorgesehen sind auf der 14 Kilometer langen Tour zunächst 12 Informationstafeln. Durch interessante besondere Merkmale des bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts durchgeführten Eisenerzabbaus in dieser Region ist eine spätere Erweiterung noch denkbar. In Zukunft sollen noch Stich- und Verbindungswege zu weiteren wichtigen Orten wie z. B. nach Lumda mit seiner Erzverladung ausgeschildert werden. Nach Fertigstellung des ErzWeg Nord dürfte dann ein großer Bereich des ehemaligen Erzreviers im vorderen Vogelsberg wieder lebendig werden.

Die Gesamtheit dieser besonderen geologischen Besonderheit des Brauneisensteins findet auch in der Arbeit des Nationalen Geoparks – Vulkanregion Vogelsberg, dessen Partner die ErzWeg Projektgruppe ist, seinen Niederschlag. Die Umsetzung des Projektes ErzWeg Nord kann dank der Antragstellung der Gemeinde Mücke zur Förderung des Tourismus mit 50 Prozent durch das Land Hessen erfolgen. Die restliche Summe muss aus Eigenmitteln finanziert werden. So hofft die Projektgruppe, dass sie wie bei den beiden anderen ErzWegen, auch diesmal wieder durch zahlreiche Firmen und Privatpersonen eine entsprechende Unterstützung erhalten wird. (Bericht: Karl-Heinz Hartmann, Karl-Ernst Lind)

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60 neue Schilder auf dem Erzweg Süd

Die beiden Erzwanderwege Süd und Mitte werden von Wanderern gut angenommen und auch die Resonanz auf die Wege ist überwiegend positiv. Zwar konnten einige der zu Beginn des Jahres angebotenen geführten Wanderungen bedingt durch die Pandemie nicht in der geplanten Form stattfinden, durch Berichte von Anwohnern und Beobachtungen konnten jedoch zahlreiche eigenständig die Touren begehende Gruppen festgestellt werden. Dies ist erfreulich, zeigt sich darin doch die Akzeptanz die das Projekt genießt.
Ärgerlich dagegen ist, dies ist bei den Treffen der Projektgruppe stets ein Thema, dass immer wieder teils erhebliche Beschädigungen, absichtlich oder auch durch Unaufmerksamkeit verursacht, an Wegbeschilderung und Informationstafeln zu verzeichnen sind. Verständlicherweise führt dies zu Missstimmungen bei Wanderern. So verschwinden Wegführungsschilder ganz oder werden zerstört, Pfosten werden herausgerissen, umgefahren oder umgedreht, Infotafeln wurden mit Farbe besprüht und Flyerkästen heruntergerissen.

Dies verursacht nicht nur zusätzliche Arbeit für die ehrenamtlich tätige Projektgruppe, die kontinuierlich Teilstrecken der Erzwege begeht und nachbessert, sondern auch Kosten, die irgendwie aufgebracht werden müssen. Da die Projektgruppe lediglich über geringe eigene Finanzmittel verfügt, die z.B. durch Spenden bei geführten Wanderungen eingebracht werden, sind kleinere Schäden, wie der Ersatz von Pfosten, meist zu bestreiten. Oft werden diese aber auch aus dem privaten Geldbeutel bezahlt. Der Ersatz von Flyerkästen oder Wegführungsschildern verursacht dagegen höhere Kosten, die nur durch beantragte Fördermaßnahmen finanziert werden können. So wurden die Kästen für die Aufnahme der Informationsflyer durch den Geopark Vogelsberg für die Gruppe kostenfrei zur Verfügung gestellt und die Stiftung der Sparkasse Grünberg sponserte in diesem Jahr 60 neue Wegführungsschilder, die im Laufe des Jahres die beschädigten oder stark verblassten Vorgänger ersetzten.

Ein inzwischen nicht zu unterschätzendes Problem für die Projektgruppe stellt auch die Tatsache dar, dass die viele Mitglieder ein Alter von 70 oder 80 Jahren überschritten haben und zusätzlich durch dauerhafte Erkrankung oder auch Tod von Aktiven die Gruppe stark geschrumpft ist. Es ist wichtig diese Erinnerungswege an die für unsere Region so bedeutsame Epoche des Eisenerzbergbaus dauerhaft zu erhalten und zu pflegen. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, ist die Projektgruppe auf neue aktive Mitglieder angewiesen.

Deshalb würden die Mitglieder der Projektgruppe Erzweg sich freuen, wenn sie weitere regionalgeschichtlich interessierte Personen beim nächsten Treffen am 27.10.2020, 19:00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus von Grünberg-Weickartshain begrüßen könnten.

Kontakt und weitere Informationen: www.erzwanderweg.de

 

Ackerbauer und Bergmann auf grünem Hintergrund - Der Wegweiser des ERZWEG - Nord Erste Informationen zur Nordroute des ERZWEG...

ERZWEG - Aktuelle Termine

 

Nächstes Treffen der ERZWEG - Projektgruppe:

Dienstag, 30. November 2021 um 19:00 Uhr
im DGH Weickartshain

 

 


 

Ackerbauer und Bergmann auf braunem Hintergrund - Der Wegweiser des ERZWEG - Süd

Ackerbauer und Bergmann auf blauem Hintergrund - Der Wegweiser des ERZWEG - Mitte

Ackerbauer und Bergmann auf grünem Hintergrund - Der Wegweiser des ERZWEG - Nord

 

 

 

 

 

 

Kontakt: Kulturring Weickartshain e.V., email: info@weickartshain.com     und     kunst_turm_mücke e.V., email: kunstturmmuecke@gmx.de          Stadt GrünbergStadt Laubach

Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringenovag AGStiftung der Sparkasse GrünbergBender - The Power in Electrical SafetyStiftung der Sparkasse Laubach-Hungen

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